Deutscher Rekord Headdown 2008 III. Nachtrag …..

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Der letzte Tag und volles Risiko

Nachdem bereits am Vortrag ein neuer deutscher Rekord geflogen wurde, entschieden wir uns – was die Formationsgröße betraf – auf volles Risiko zu gehen. Zum einen, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben mit zu fliegen und zum anderen war die Stimmung unter den Teilnehmern trotz der letzten leicht verkorksten Sprünge so gut (übrigens im Gegensatz zu 2006), dass wenn alles optimal lief, ein 18er im Bereich des Machbaren schien.

Somit setzen wir alles auf eine Karte oder anders formuliert auf drei Sprünge.

Doch wie es bei ersten Sprünge des Tages üblich ist, fehlte es noch etwas an Abstimmung. In der ersten Sequenz des Sprunges sah es noch so aus, dass es ein erfolgreicher Sprung werden könnte, allerdings zeigte sich im zweiten Teil des Sprunges, dass die Formation doch nicht so entspannt in der Luft lag, wie wir uns das vorgestellt hatten. Aber noch war nichts verloren – die Stimmung war überaus entspannt, das Wetter spielte mit und schliesslich waren Deutschlands beste Freeflyer unterwegs. Hatte man im Jahr 2006 den Fehler gemacht mit Druck und nochmaligen Umstellen ein besseres Ergebnis zu erzielen, waren sich dieses Mal alle einig, jetzt verkrampfen würde gar nichts nutzen und wenn es schon nicht zu einem weiteren Deutschen Rekord reichen sollte, so waren wenigstens zwei anspruchvolle Sprünge zu erwarten.

Frei nach der Maxime „Entweder es klappt oder eben nicht“ saßen alle mit gelöster Stimmung im Flugzeug. Erst kurz vor dem Exit machte sich eine konzentrierte Spannung breit. Gurtzeuge und Kameras wurden nochmals gecheckt, ein letzter Blick in die Augen des Nachbarn und das Kommando des Exits kam. Jetzt galt es! Die Basis verschwand aus der Türe und die Diver sprangen so schnell sie konnten hinterher. In der Ferne sahen die letzten Diver, wie sich alle vor ihnen befindlichen Freeflyer auf einem Punkt konzentrierten. Doch statt einer ruhig fliegenden geschlossenen Basis, war da nur ein offenes, undefinierbar wabenderes Etwas, was einer gewissen traurigen Komik nicht entbehrte und so konnte niemand einen Griff nehmen.

Das war dann wohl wieder nichts.

Doch auch dieser vermeindliche Rückschlag, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Durch die letzten Tage war man zusammen gewachsen. Niemand machte dem anderen einen Vorwurf ob vermeindlicher Fehler oder brachte irgendwie geartete polemische Sprüche an. Es war eine richtige Gemeinschaft geworden

– ganz ohne Allüren Einzelner – in der sich jeder ohne Murren in den Dienst der Sache stellte.

Unter diesem Eindruck und der Vorfreude auf dem letzten Sprung, stiegen wir alle etwas wehmütig zum letzten Mal in der fast schon lieb gewonnenen Besetzung in den Flieger und obwohl auch dieser Sprung nicht zu einem erneuten Deutschen Rekord führte, war es einer der schönsten Sprünge der letzten Tage.

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist und das haben wir getan. Manche werden sagen, ein 14er ist doch viel zu wenig und es wäre mehr drin gewesen

– das mag sicherlich richtig sein, aber ein Rekordversuch hat seine eigenen Gesetze. Es ist ein großer Unterschied, ob die eine oder andere Basis schon oft so funktioniert hat oder ob man Großformationen in einer ähnlichen Form schon mal irgendwie gefolgen hat. Bei einem Rekordversuch, muss man das alles zu einem definierten Zeitpunkt fliegen und fehlerfrei zeigen.

Die Zielsetzung war ein neuer Deutscher Rekord und das haben wir erreicht, wenn auch nicht in der geplanten Höhe. Was wir aber definitiv aus den vergangenen Tagen mitnehmen, ist die Tatsache, dass es in Deutschland viel mehr talentierte und qualifizierte Freeflyer gibt als angenommen und mit denen man auf hohem Niveau und in entspannter Stimmung Großformationen fliegen kann. Diese Erkenntnis ist fast mehr wert als ein vermeindlich höherer Deutscher Rekord.

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3 Antworten to “Deutscher Rekord Headdown 2008 III. Nachtrag …..”

  1. Jochen Says:

    gratulation!!!!
    hat ZDF schon rausgelassen wann sie die sache ausstrahlen?

  2. radmart Says:

    servus christian, find ich gut dass du das auch so siehst….ich als NichtRekordler hatte zu keiner Zeit das Gefühl Springer Zweiter Klasse zu sein… und dass is gut so – denn schliesslich ist Wochenende und Hobby angesagt – und nicht Kleinkrieg im Sandkasten…. hier nochmals Gratulation an ALLE die dazu beigetragen haben – in jeder Hinsicht.

    Danke auch nochmals an unsere entspannte und charmante Bundestrainerin, die ihr Wochenende unserer Sache gewipnet hat.

    Noch so eine Frage, Simon – was war eigentlich mit den Sonnenschirmen…?

    …TFR macht weiter….

  3. radmart Says:

    sorry …christian – ich wollte eigentlich nicht so viel sagen….aber mir macht halt mein Mitteilungsbedürfniss so zu schaffen….hahahaha

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